Gesellschaft & Politik

Halloween – Ein Feiertag mit langer Geschichte

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Ist das heute noch ein Festtag oder ein Tag des Kommerzes?

Bald ist wieder Halloween, der Tag vor dem katholischen Feiertag Allerheiligen. Dass an diesem Tag, dem 31. Oktober auch der protestantische Reformationstag gefeiert wird, das geht im Halloween Vorgeplänkel fast unter. Das Redaktions-Team von Faszination-Kanada.com hat sich einmal näher mit dem Tag, an dem der Spruch „Süßes oder Saures“ – „Trick or Treat“ zum geflügelten Satz wird.

Wir schauen uns einmal gemeinsam mit euch an:

  • Halloween – Woher stammt der Name?
  • Woher stammt das Fest Halloween?
  • Warum feiert man Halloween?
  • Die Legende von „Jack Oldfield und die Lanterns“ und warum dabei Rüben und Kürbisse eine Rolle spielen!
  • Was gehört alles zu einer Halloween Party?

Halloween – Woher stammt der Name?

Das englische Wort Halloween leitet sich aus dem Namen „All Hallows Eve“ ab, was auf deutsch „Tag vor Allerheiligen“ bedeutet. Halloween stammt ursprünglich aus Irland, wo insbesondere Katholiken dieses Fest gerne feierten. Als viele Iren in den Notzeiten des 18. und 19. Jahrhunderts in die USA auswanderten, nahmen sie diesen Brauch mit. In den 1990er Jahren schwappte das Halloween feiern wieder nach Europa zurück. Dieses mal jedoch nicht als katholisches Fest, sondern als ziemlich kommerzielle Angelegenheit.

Irland, die grüne Insel ist Heimat des Halloween Festes am 31. Oktober. Foto Patryk Kosmider / Deposit
Irland, die grüne Insel ist Heimat des Halloween Festes am 31. Oktober. Foto Patryk Kosmider / Deposit

Natürlich hat das Halloween Fest nicht nur seine Fans, sondern auch Kritiker. Zum einen wird es kritisiert, weil es immer mehr zu einem riesigen Geschäft mit großen Umsätzen geworden ist, zum anderen sehen insbesondere die christlichen Kirchen einen Geisterkult verherrlicht, der den Umgang mit dem Tod oberflächlich erscheinen lässt. Auch beklagt die evangelische Kirche, dass mit dem Halloween Fest der an diesem Tag gefeierte Reformationstag in den Hintergrund gedrängt werde. Am Reformationstag feiern die Protestanten die Reformation durch den deutschen Mönch Martin Luther. Diese hatte am Ende die Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche zur Folge.

Woher stammt das Fest Halloween?

Neben dem „All Hallows Eve“ dem Tag vor Allerheiligen, der aus Irland stammt, soll sich Halloween auch vom keltischen „Samhain“ ableiten, dem Sonnengott der Kelten. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November eines jeden Jahres bedankten sich die Kelten bei Samhain mit riesigen Feuern für eine gute Ernte, gleichzeitig verabschiedeten sie den Sommer und begrüßten den Winter. Mit diesem Fest gedachten sie aber auch der Seelen ihrer Verstorbenen, die nach ihrem Glauben an diesem Tag wieder unter die Lebenden kamen und dort herumspukten. Allerdings zweifeln neuere Forschungen diesen Zusammenhang an, da es sich bei Irland um eines der frühesten christianisierten Länder Europas handelt. Mit dem heutigen Halloween wird sicherlich die Sehnsucht nach alten heidnischen und keltischen Riten transportiert. Aber auch hier ist sich die Forschung einig, das heutige Halloween hat mit dem nichts mehr zu tun.

Auch in Kanada feiert man Halloween. Dort hat das Fest schon Volksfestcharakter. Viele Farmen bieten Kürbisse für leckere Speisen und zum Schnitzen an. Foto eltonlaw / Deposit
Auch in Kanada feiert man Halloween. Dort hat das Fest schon Volksfestcharakter. Viele Farmen bieten Kürbisse für leckere Speisen und zum Schnitzen an. Foto eltonlaw / Deposit

Warum feiert man Halloween?

Durch irische Auswanderer, die in den Notzeiten des 18. und 19. Jahrhunderts aus ihren Heimatland auswanderten, gelangte der Halloween Tag und seine Traditionen auch in die USA und nach Kanada. Von dort aus kehrte Halloween in den 1990er in neuem Gewand und sehr kommerzialisiert nach Europa zurück. Während geschnitzte Rüben und Kürbisse schon lange zum Brauchtum des Halloween gehörten, kamen nun auch Verkleidungen in den typischen Farben schwarz, orange, grün, weiß und rot und andere Traditionen dazu.

Süßes oder Saures, Kinder ziehen an Halloween von Haus zu Haus und freuen sich über viel Süßes. Foto unguryanu / Deposit
Süßes oder Saures, Kinder ziehen an Halloween von Haus zu Haus und freuen sich über viel Süßes. Foto unguryanu / Deposit

Zu den beliebtesten Halloween Traditionen gehört sicherlich das „trick or treat“, das soviel heißt wie „Streich oder Leckerbissen“. Dabei ziehen Kinder und Jugendlich von Haus zu Haus und fordern von den Hausbewohnern Süßigkeiten, andernfalls werden Streiche gespielt. Im deutschsprachigen Raum wird der Spruch „Süßes oder Saures“ oder „Süßes, sonst gibt’s Saures“ verwendet.

Sehr beliebt und mittlerweile auch eine Tradition an Halloween sind Verkleidungen, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Gerne verkleidet man sich als Geist, Hexe, Vampir, Zombie, ein Skelett oder als Kürbis. Von großen Märkten bis zum Discounter oder Drogeriemärkte bieten diese Halloween Verkleidung heute an.

Halloween wird immer am gleichen Tag gefeiert, dem 31. Oktober. Im Jahr 2020 fällt dieser Tag auf einen Samstag, im Jahr 2021 wird er an einem Sonntag begangen und im Jahr 2022 fällt Halloween auf einen Montag.

Die Legende von „Jack Oldfield und die Lanterns“ und warum dabei Rüben und Kürbisse eine Rolle spielen!

Woher kommt es, dass am Halloween Tag geschnitzte Rüben und Kürbisse mit einem Licht darin vor die Tür gestellt werden? Diese Frage haben sich sicherlich schon viele gestellt. Sie erinnern an Jack Oldfield, einen geizigen und überaus trunksüchtigen Hufschmied, der vor langer Zeit gelebt haben soll. Er saß am Tag vor Allerheiligen in einer Kneipe, als plötzlich der Teufel auftauchte, um ihn abzuholen. Jack bot dem Teufel seine Seele an, wollte aber auf seine Kosten noch einen letzten Drink genießen. Weil der Teufel keine Münze dabei hatte, um den Drink zu bezahlen, verwandelte er sich selbst in eine. Der listige Jack Oldfield nahm die Münze und steckte sie schnell in seinen Geldbeutel, worin sich ein silbernes Kreuz befand. So konnte sich der Teufel zunächst nicht zurück verwandeln. Der Hufschmied ließ den Teufel frei, nachdem dieser ihm versprochen hatte, ihn für zehn Jahre in Ruhe zu lassen.

Genau zehn Jahre später, wieder am Tag vor Allerheiligen kam der Teufel zurück, um Jack zu holen. Aber wieder erbat sich der listige Hufschmied einen Gefallen. Er wollte als Abschiedsmahlzeit einen Apfel essen. Der Teufel kletterte auf einen Apfelbaum und gab Jack einen Apfel. Dieser schnitzte blitzschnell ein Kreuz in die Rinde des Apfelbaumes, so dass der Teufel oben im Baum festsaß. Erneut handelten beide einen Deal aus, Jack entfernte das Kreuz und gab den Teufel frei, als dieser ihm versprach, ihn für immer in Ruhe zu lassen.

Heute beleuchten Kerzen oder LED-Lichter statt glühender Kohlen die fantasievoll geschnitzten Kürbisse. Jack-O-Lantern. Foto FamVeldman / Deposit
Heute beleuchten Kerzen oder LED-Lichter statt glühender Kohlen die fantasievoll geschnitzten Kürbisse. Jack-O-Lantern. Foto FamVeldman / Deposit

Aber auch für Jack ging es Jahre später zu Ende, er starb und bat im Himmel um Einlass, was ihm jedoch aufgrund seines sündigen Lebens verwehrt wurde. Auch der Teufel wollte ihn nicht haben, der es gab für Jack keinen Zutritt zur Hölle. Da er Mitleid mit ihm hatte, gab der Teufel Jack ein Stück glühende Kohle mit auf den Weg. Damit die Kohle nicht verglüht, legte Jack sie in eine ausgehöhlte Rübe. Damit wandelt Jack seit dieser Zeit immer am Tag vor Allerheiligen als Untoter durch die Dunkelheit.

Aus dieser Legende um Jack Oldfield entwickelte sich der Glauben, dass ein Stück glühende Kohle in einer Rübe oder einem Kürbis den Teufel und andere Geister abhält. Heute wird die glühende Kohle durch eine Kerze, oder ganz modern, ein LED-Licht ersetzt.

Was gehört alles zu einer Halloween Party?

Zu einer Halloween Party gehören natürlich tolle Verkleidungen, die man inzwischen schon lange vorher im Internet oder im Einzelhandel vor Ort kaufen kann. Feiert man die Party mit Kindern, dann viel Deko, Nascherei, Getränke und Snacks sowie eine gruselige Stimmung durch eine besondere Beleuchtung. Natürlich darf eine Tasche für jedes Kind zum Einsammeln der Süßigkeiten bei der abendlichen Runde nicht fehlen.

Ein schöner und schauriger Gag, "verziere" die Getränke deiner Gäste mit Trockeneis Nuggets. Foto Cleangas
Ein schöner und schauriger Gag, „verziere“ die Getränke deiner Gäste mit Trockeneis Nuggets. Foto Cleangas

Auch bei Erwachsenenpartys gibt es mittlerweile viele Gadgets, so zum Beispiel Trockeneis Nuggets für die entsprechend gruselige Stimmung auch bei den Getränken, erst recht, wenn die Gläser noch von unten beleuchtet werden. Ein zünftiges Essen mit gruselige Speisen, viel rotes Ketchup, grüne Guacamole, Muffins mit blutrotem Zuckerguss und vieles mehr. Deko, unter anderem Kürbisse darf natürlich auch nicht fehlen. Beliebt sind Musik zum Tanzen, soweit es der Platz beim Gastgeber zulässt und Gesellschaftsspiele.

Wenn jetzt noch alle gute Laune mitbringen, dann steht einer unvergessenen Halloween Party mit vielen Freunden nichts mehr im Wege.

Author

Alfred Pradel (apr), arbeitet seit vielen Jahren als Freier Journalist für Tageszeitungen, Magazine und andere Publikationen. Seit vielen Jahren ist der Kanada eng und freundschaftlich durch viele persönliche Kontakte verbunden. Alfred Pradel ist Chefredakteur und betrachtet auf Faszination Kanada den Tourismus, den Lifestyle im zweitgrößten Land der Erde, aber auch wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Themen.

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