Wildlife & Natur

Verhaltensregeln bei Bärenkontakt

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Im Allgemeinen meidet der Bär die Menschen. Hat er eine Chance dem Mensch auszuweichen, so wird der Bär dies auch tun. Deshalb solltest Du die Begegnung mit einem Bären in der freien Wildbahn als außergewöhnliches Ereignis schätzen und brauchst keinen Bärenangriff zu fürchten.

Denke immer daran, Bären mögen keine Überraschungen. Wenn Du im natürlichen Lebensraum der Bären unterwegs bist, solltest Du den Bären in ihrem Lebensraum die Chance geben, Dich kommen zu hören.

Ob Du nun singst, mit Deinen Mitwandernden sprichst oder laute Geräusche machst oder gar ein Bärenglöckchen am Rucksack hast, der Bär wird Deine oder Eure Gegenwart zur Kenntnis nehmen.

Zeige dem Bären frühzeitig, dass Du oder Ihr in seinem Revier unterwegs seid

Es empfiehlt sich deshalb auch in Gruppen zu wandern, da Bären die lautere Gruppe viel früher wahrnehmen können. Bären, obwohl sie fast so gut wie Menschen sehen und noch besser hören, verlassen sich vor allem auf Ihren Geruchssinn.

Wenn Du in Regionen unterwegs bist, die Dir unbekannt sind, dann solltest Du Dich nach Möglichkeit mit Rückenwind fortbewegen.

Vermeide generell Gebiete, in denen es nach Verwesung riecht. Bei den Kadavern kann es sich um die Beute eines Bären handeln. Wenn der Bär in der Gegend ist oder dort gerade frisst, wird er seine Beute verteidigen.

Ein Schwarzbär im Jasper Nationalpark. Foto Miriam Hülser
Ein Schwarzbär im Jasper Nationalpark. Foto Miriam Hülser

Sei nicht überrascht, wenn Dir Bären auf Wanderwegen und Straßen begegnen. Auch die Bären scheinen die einfacheren Wege zu lieben. Wenn Du in der Natur zeltest, dann achte darauf, etwas abseits der Wege und Straßen Dein Zelt aufzubauen.

Gewähre dem oder den Bären in ihrem Territorium ausreichend Platz. Ein Bär, der sich in die Enge getrieben und dadurch sich bedroht fühlt wird entsprechend aggressiv reagieren.

Begegnen Dir Bärenjunge, solltest Du umgehend umkehren. Das Risiko, zwischen die Jungtiere und das Muttertier zu kommen, ist groß. Sobald das Muttertier Gefahr für ihre Jungen sieht, wird sie angreifen.

Aus diesem Grund solltest Du zum Fotografieren im Land der Bären eine Kamera mit einem entsprechend langen Teleobjektiv verwenden. So kommst Du nicht in Versuchung, näher an die Tiere heran zu gehen.

Verhalte Dich im Bärenland so, als wärst Du gar nicht da!

Du schlägst Dein Lager in freier Natur auf? Grundsätzlich sind auch da einige Punkte zu beachten. Lagere sämtliche Esswaren abseits Deines oder Eures Lagers, entweder in luftdicht abzuschließenden Gefäßen oder hoch oben in Bäumen.

Bereite Dein Essen mit Abstand zu Deinem Lagerplatz zu. Reinige nach seinem Gebrauch umgehend Dein Essgeschirr. Vermeide, dass Deine Kleidung nach Lebensmitteln riecht.

Geruchsintensive Lebensmittel wie z.B. geräucherte Wurst und Fisch, Schinken und ähnliches riecht auch für Bären sehr lecker und unwiderstehlich!

Hinterlasse keine Essens- und Abfallreste. Das Vergraben von Essensresten ist sinnlos, da Bären auch durch die Erdschicht hindurch den Geruch der Essensreste wahrnehmen.

Wenn Du in der Natur angelst und ein Bär entdeckt Dich, dann solltest Du Deine Angel ganz sacht, ohne zu spritzen, ins Wasser legen.

Es kann durchaus sein, dass der Bär die Möglichkeit einer leichten Fischmahlzeit erkennt, wenn er sich dem Angler nähert. Dann wird der Bär auch immer wieder zurück kommen um noch mehr zu erbeuten.

Wenn man diese Regeln einhält, gewöhnen sich Bären nicht daran, dass es leicht sein kann, in Menschennähe Futter zu finden. Bären sind im Jahr ca. 6 Monate auf Futtersuche. In dieser Zeit müssen Bären Ihre Fettreserve für den Winter aufbauen. Warum also kompliziert Beute jagen, wenn die Zivilisation sie versorgt?

Schwarzbärin mit Jungen im Jasper Nationalpark. Foto Miriam Hülser
Schwarzbärin mit Jungen im Jasper Nationalpark. Foto Miriam Hülser

Du begegnest einem Bären

Als erstes solltest Du Ruhe bewahren. Bären greifen selten an. Bären sind an viel Nahrung, ihren Jungtieren und ihrem Territorium interessiert. Fühlt ein Bär sich nicht bedroht, wird er sich entfernen.
Du musst Dich einem Bären als Mensch bekannt machen.

Kann er nicht erkennen, was oder wen er vor sich hat, wird er sich auf die Hinterbeine stellen. So kann er besser Witterung aufnehmen. Auf die Hinterbeine stellen zeugt mehr von Neugierde als von Aggression.

Spreche mit dem Bären in normaler Stimmlage. Bewege Deine Arme auf und ab. So hat der Bär eine bessere Chance, Dich als Mensch wahr zu nehmen. Entferne Dich langsam, mit dem Gesicht zum Bär. Folgt der Bär, bleiben stehen.

Weglaufen ist auf jeden Fall nicht empfehlenswert, da der Bär Dich jederzeit einholen kann. Der Bär ist es gewöhnt, dass er seine davonlaufende Beute einholen muss. Bären nähern sich, um einen Angriff vorzutäuschen, Ihren Gegenüber bis auf 2 bis 3 Meter, ohne diesen jedoch zu berühren. Bewege weiter Deine Arme auf und ab, rede weiter auf den Bären ein.

Nähert er sich Dir weiter, dann spreche den Bären aggressiver an. Klappere mit Campinggeschirr, Töpfen, Pfannen und Ähnlichem. Imitiere aber keine Bärengeräusche und vermeide schrille Schreie.

Verhalten bei einem Bärenangriff

Sollte dieser nahezu unwahrscheinliche Fall eintreten eines Bärenangriffs eintreten und der Bär Dich angreifen, dann ergebe Dich. Lasse Dich sich auf den Boden fallen und stelle Dich tot. Du solltest dabei flach auf dem Bauch liegen oder Dich einrollen. Lege die Hände zum Schutz in den Nacken und halte still.

Der Bär wird sicher seinen Angriff beenden, da für Ihn die Gefahr gebannt scheint. Bleibe weiter bewegungslos liegen, ansonsten wird der Bär durch Auge und Ohren erneut Gefahr wahrnehmen.
In den seltensten Fällen betrachtet ein Bär den Menschen als Nahrung.

Passieren kann dies vor allem bei Angriffen von Schwarzbären. Attackiert Dich der Bär, obwohl Sie schon länger die Schutzposition eingenommen haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass er Dich als Nahrung betrachtet. In diesem Fall musst Du Dich mit aller Gewalt verteidigen.

Bei der Abwehr eines Bärenangriff denke daran, die Nase und Augen sind die empfindlichsten Stellen im Gesicht des Bären.

Schutzmaßnahmen

Bei geführten Bärenbeobachtungstouren hat häufig der Führer eine Schusswaffe bei sich, die nur in äußersten Notfällen eingesetzt wird. Wenn Du ungeführt unterwegs bist, sollten Du Dir vor Ort ein Bärenabwehrspray besorgen.

Die beste Wirkung gegen einen Bärenangriff erzielen diese Sprays auf Distanzen von 5 bis 8 Meter. Achte beim Einsatz von Bärenabwehrspray, dass Du nicht gegen den Wind sprayst und Dich so selbst schädigst oder außer Gefecht setzt.

Lese sorgfältig die Gebrauchsanleitung des Bärenabwehrsprays, bevor Du Dein Abenteuer im Land der Bären startest. Bewahre das Spray stets griffbereit, am besten am Gürtel befestigt, auf.

Auf einen Blick

  • Mache Geräusche
  • Respektiere das Revier der Bären, treibe den oder die Bären nicht in die Enge
  • Vermeide unachtsamen Umgang mit Nahrungsmitteln und Abfall
  • Identifiziere Dich als Mensch, bleibe ruhig.

In den meisten Fällen sind Bären für Sie keine Gefahr! Bringe den nötigen Respekt gegenüber diesen Wildtieren auf und Du wirst mit großer Freude diese majestätischen Tier in Ihrem natürlichen Lebensraum beobachten können.

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Tobias Barth ist Gründer von Faszination-Kanada.com, der grössten deutschsprachigen Online-Plattform zum Thema Kanada. Seit 1997 bereiste der geborene Weltenbummler viele Male Kanada, erkundete nahezu alle sehenswerten Ecken des Traumlandes und wanderte 2016 in den hohen Norden, in den Yukon aus. Tobias ist zudem als Reiseleiter, professioneller Foto- und Videograph und Unternehmer aktiv und leitet seit 2019 das Reiseunternehmen EPIC NORTH Tour Experiences, das Kleingruppenreisen im Yukon, nach Alaska und in die Northwest Territories anbietet.