Wildlife & Natur

Bären in Kanada: Schwarzbär, Braunbär, Grizzlybär und Polarbär

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Was ihr über die Bären in Kanada wissen solltet und was ihr bei einem Besuch im Land der Bären beachten müsst

Bei eurem Besuch in Kanada und in Alaska habt ihr das Glück, dass ihr alle in Nordamerika heimischen Bärenarten antreffen und beobachten könnt.

Wir stellen euch in diesem Artikel die bekannten und weniger bekannten Arten der Bären in Kanada sowie eine neu entstehende Art vor.

  • Schwarzbär
  • Braunbär / Grizzly / Kodiakbär
  • Polarbär oder Eisbär
  • Pizzly oder Grolar Bär

Der Schwarzbär (Amerikanischer Schwarzbär)

Schwarzbären sind in Kanada häufig anzutreffen. Foto airdale / Deposit
Schwarzbären sind in Kanada häufig anzutreffen. Foto airdale / Deposit

Der Ursus americanus lebt in nahezu ganz Nordamerika mit Ausnahme des äußersten Nordens und des trockenen Südwestens der zusammenhängenden US-Bundesstaaten. Insbesondere in Alaska und in Kanada kommt der Schwarzbär häufig vor. Im Gegensatz zu den Braunbär kann der kleinere Schwarzbär ausgezeichnet klettern, er gilt auch als weniger gefährlich als der Grizzly.

Auch wenn viele Schwarzbären tatsächlich ein schwarzes Fell haben, gibt es einige andere Farbschläge in dieser Raubtiergattung. So gibt es eine silbergraue Farbvariante ebenso wie ein Braun wie es die Grizzlys tragen. Auch rötlichbraune Fellfarben kommen vor. Die Fellfarbe ist bei den Schwarzbären abhängig vom Lebensraum, je nördlicher sie leben, desto eher ist das Fell schwarz. In den trockeneren Lebensräumen sind sie eher rotbraun gefärbt. Weltbekannt ist die weißliche Farbvariante der an der kanadischen Westküste lebenden Kermodebären, auch Geisterbären genannte Unterart des Nordamerikanischen Schwarzbären.

Wie die meisten Bärenarten ist der Schwarzbär ein Allesfresser, sein Nahrungsspektrum reicht von Blüten- und Grünpflanzen über Insekten bis zu größerem Wild, hier zumeist Jungtiere oder alte und schwache Alttiere sowie auch Aas. Leben die Schwarzbären an Lachsflüssen, dann gehört auch dieser Fisch zu seiner Nahrung.

Die Schwarzbären haben eine Kopfrumpflänge von ungefähr 150 bis 190 cm und eine Schulterhöhe bis ungefähr 90 cm. Das durchschnittliches Gewicht liegt bei ca. 100 kg, wobei einzelne Exemplare auch nur 50 kg oder aber sogar 250 kg wiegen können.


Der Braunbär, Grizzlybär und Kodiakbär

Der Braunbär (Ursus arctos gehört zur Familie der Bären. Er kommt mit Unterarten in Nordamerika und Eurasien vor. Zu den nordamerikanischen Unterarten zählen der Grizzly und der Kodiakbär. Der Braunbär ist eines der größten noch existierenden Landraubtiere der Erde. Er spielt in zahlreichen Mythen und Sagen eine wichtige Rolle.

Braunbären gehen in der nahrungsarmen Zeit in eine Winterruhe, anders als oftmals beschrieben halten sie keinen echten Winterschlaf, die Weibchen bringen während der Winterruhe ihre Jungen zur Welt. Um die teilweise lange Winterruhe zu überstehen, fressen sie sich in den Sommermonaten einen dicken Speckbauch an. Auch die Braunbären sind Allesfresser, Blumen, Gräser, Pilze, Beeren aber auch Fleisch von Insekten, Kleinsäugern und Großtieren sowie der überaus beliebte Lachs stehen bei ihnen auf der Speisekarte.

Dieser Grizzly muss noch viel fressen, um gut durch den harten Winter zu kommen. Foto mecan / Deposit
Dieser Grizzly muss noch viel fressen, um gut durch den harten Winter zu kommen. Foto mecan / Deposit

Der Grizzlybär lebt als Unterart der Familie der Braunbären ausschließlich in Nordamerika. Der Name Grizzly leitet sich aus dem gräulich erscheinenden braunen Fell mit grauen Spitzen ab. Der Grizzly ist ein mächtiges Landraubtier mit einem gedrungenen, massigen Körperbau. Im Norden Nordamerikas können die Grizzlys ein Gewicht bis zu 680 Kilogramm erreichen, so zum Beispiel in der Population der Bären im Katmai Nationalpark & Preserve in Alaska. Je weiter es nach Süden geht, desto leichter werden die Tiere. Die männlichen Grizzlys sind bedeutend größer und schwerer als die Weibchen. Die Grizzlys sind tag- und nachtaktiv, sie können trotz ihrer Körpermaße eine Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometer erreichen, davonlaufen ist also eine der schlechteren Idee bei der Begegnung mit einem dieser imposanten Tieren.

Der auf der gleichnamigen Insel und den benachbarten Inseln Afognak und Shuyak vor der Südküste Alaskas vorkommende Kodiakbär gilt neben dem Polarbär und dem Kamtschatkabären als das größte an Land lebende Raubtier der Erde. Diese Unterart der Braunbären erreicht eine Gesamtlänge von bis zu drei Metern und ein Gewicht von bis zu 780 Kilogramm, wobei das Durchschnittsgewicht bei Männchen bei 390 und bei Weibchen bei 210 Kilogramm liegt.

Die Kopfrumpflänge bei Braunbären beträgt ca. 200 bis 280 cm, die Schulterhöhe 90 bis 150 cm. Das durchschnittliche Gewicht liegt bei 140 bis 390 kg bei männlichen und 80 bis 210 kg bei weiblichen Bären, wobei es wie beschrieben zu Ausnahmen mit deutlich höherem Gewicht kommt.


Der Polarbär oder Eisbär

Der Polarbär oder Eisbär (Ursus maritimus) lebt in den nördlichen Polarregionen der Erde, er ist eng mit den Braunbären verwandt. Der Polarbär zählt neben dem Kamtschatkabären und dem Kodiakbären zu den größten Landraubtieren der Erde. Durch die klimatischen Veränderungen auf der Erde und dem damit verbundenen Abschmelzen der Eismassen ist der Lebensraum dieser wunderschönen Tiere massiv bedroht.

Der Lebensraum des wunderschönen und majestätischen Polarbären ist stark gefährdet. Foto Lenorlux
Der Lebensraum des wunderschönen und majestätischen Polarbären ist stark gefährdet. Foto Lenorlux

Eisbären sind sehr gute und ausdauernde Schwimmer. Ihr relativ schlank anmutender Körperbau ist sowohl für das raue Leben an Land als auch für das Zurücklegen langer Strecken im Wasser bestens geeignet. Ihr dichtes Fell und die dicke Speckschicht, die sie umgibt, lässt sie den eisigen Temperaturen des Nordens trotzen.

Polarbären sind wie alle Bären Allesfresser, allerdings macht sie ihr spezieller Lebensraum zu den Bären, deren Nahrung am meisten aus Fleisch besteht. Als Lieblingsmahlzeit stehen Robben, aber auch geschwächte Walrosse erbeuten sie. Ebenso stehen an Land Nager und andere Kleinsäuger, alte oder schwache Karibus oder Vögel und Vogeleier auf dem Speiseplan. Auch Kannibalismus ist bei den Eisbären nicht selten, oftmals fressen starke Männchen junge Bären.

Die Kopfrumpflänge eines Polarbären beträgt 190 bis 260 cm, bei einzelnen Exemplaren bis 340 cm. Die Schulterhöhe beträgt 80 bis 160 cm, das durchschnittliche Gewicht ca. 400 bis 500 kg bei männlichen und 150 bis 300 kg bei weiblichen Eisbären.

Alle Bären, ausgenommen Mütter mit Jungtieren, sind von Ihrem Sozialverhalten her Einzelgänger. Bären sind intelligent, neugierig und für Menschen meist ungefährlich. Angst und falsches Verhalten kann für Mensch und Bär tragisch enden. Viele der außergewöhnlichen und interessanten Raubtiere werden unglücklicherweise von Menschen aus Furcht erschossen.


Pizzly oder Grolarbär

Braunbären und Polarbären können sich untereinander verpaaren, der daraus entstehende Hybridnachwuchs ist ebenfalls fruchtbar. Lange waren sich Forscher einig, dass diese Hybriden nur in Zoos vorkommen. Dies änderte sich, als am 16. April 2006 der aus Idaho stammende Jäger Jim Martell auf Banks Island in den kanadischen Northwest Territories einen vermeintlichen Eisbären erlegte, der sich später, nach einer DNA-Analyse, als Pizzly, einem Hybriden aus Polarbär und Braunbär herausstellte. Manchmal wird diese neu entstandene Art auch Grolar-Bär genannt, jeweils abgeleitet aus den Namen Polarbär und Grizzlybär.

Mittlerweile sind die Pizzlys, die Sprösslinge einer Polarbär-Mutter und eines Grizzly-Vaters eine Hybrid-Bären Art, deren Ausbreitung Forschern Sorge macht. Sie machen den Klimawandel dafür verantwortlich, dass sich die Lebensräume beider Bären, die sich früher eigentlich nie begegneten, immer mehr überschneiden.

Auch die Tatsache, dass die Lebensweisen beider Bärenarten sich fundamental unterscheiden, so meiden Grizzlys Eiszonen und Polarbären halten keine Winterruhe, die verschiedene Nahrung beider Arten und vieles mehr, bereitet Kopfzerbrechen. Wer wird sich am Ende durchsetzen? Erstaunlicherweise haben DNA-Analysen ergeben, dass die bisher bekannten Hybride bisher immer eine Polarbär-Mutter und einen Grizzly-Vater haben, nie umgekehrt. Dies liegt vermutlich bisher daran, dass männliche Braunbären immer umher ziehen, die Weibchen eher standorttreu sind. Die das Phänomen erforschenden Wissenschaftler sind sich jedoch fast sicher, dass eine umgekehrte Verpaarung, Polarbär-Vater und Grizzly-Mutter das Ende des Eisbären bedeuten könnte.

Author

Tobias Barth ist Gründer von Faszination-Kanada.com, der grössten deutschsprachigen Online-Plattform zum Thema Kanada. Seit 1997 bereiste der geborene Weltenbummler viele Male Kanada, erkundete nahezu alle sehenswerten Ecken des Traumlandes und wanderte 2016 in den hohen Norden, in den Yukon aus. Tobias ist zudem als Reiseleiter, professioneller Foto- und Videograph und Unternehmer aktiv und leitet seit 2019 das Reiseunternehmen EPIC NORTH Tour Experiences, das Kleingruppenreisen im Yukon, nach Alaska und in die Northwest Territories anbietet.

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