Ontario neu entdecken – Ein besonderes Abenteuer

Pinterest LinkedIn Tumblr

Die für ihre Sehenswürdigkeiten bekannte Provinz stellt sich Freunden, Verwandten und Kanada-Fans vor

Wer kennt sie nicht, die kanadische Provinz Ontario. Beherbergt sie doch einige Highlights Kanadas und ist sie doch das Wirtschafts-, Politik- und Kulturzentrum des zweitgrößten Landes der Erde. Beginnen wir mit zwei weithin bekannten Städten, da wäre zunächst Ottawa, die knapp eine Million Einwohner zählende Hauptstadt Kanadas. In unmittelbarer Nähe zur Nachbarprovinz Québec und zur US-Bundesgrenze beherbergt sie die politische Schaltzentrale des Landes.

Eine der vielfältigsten Städte des Landes ist Toronto. Sie ist mit 2,94 Millionen Einwohnern die größte Stadt Kanadas und zugleich die Hauptstadt der Provinz Ontario. Gleichzeitig ist sie das Finanz- und Wirtschaftszentrum Kanada. Wer einmal vom Ontariosee aus die Skyline Torontos mit dem sie prägenden CN Tower und dem daneben stehenden Rogers Centre gesehen hat, hat sich sicherlich sofort in die pulsierende, vielfältige und einladenden Stadt verliebt.

Wir wollen heute jedoch gemeinsam mit Destination Ontario die tolle und abwechslungsreiche Provinz neu und zugleich von ihrer unbekannteren Seite vorstellen, denn lange, viel zu lange haben auch Ontario, seine Menschen und nicht zu vergessen, die zahllosen touristischen Unternehmen und ihre Mitarbeiter*innen unter der Corona-Pandemie gelitten. Nicht zuletzt blieben in der Provinz Ontario auch viele Familien getrennt, denn hier leben sehr viele deutschstämmige Einwanderer, die vielfach noch Familie in Deutschland haben und bei denen gegenseitige Besuche nicht möglich waren.

Unter dem Motto “Discover Together” möchten wir mit euch in vier Teilen Ontario neu entdecken, eure Herzen berühren und euch für die Provinz begeistern. Ebenso wollen wir euch gemeinsam mit Destination Ontario für eine Reise gewinnen, eine Reise zu Freunden, Verwandten oder eben in eine wunderschöne Destination, die so viele Überraschungen bereit hält.

Im ersten Teil nehmen wir euch mit nach Northern Ontario, denn hier liegen noch gut versteckt viele Juwele, abseits ausgetretender Pfade, voller Natur mit üppiger Flora und Fauna. Lernt einen Landstrich Kanadas kennen und lieben, aber auch so zu entdecken, dass es viele Generationen nach euch auch noch tun können.

Northern Ontario – Von Toronto aus ins Naturparadies

Eines sei vorab gesagt, wer den Hohen Norden Ontarios kennenlernen will, der sollte schon etwas Zeit mitbringen. Für die vorgeschlagene Route sollten mindesten 13, besser mehr Reisetage eingeplant werden. In dieser Zeit werdet ihr eine dünn besiedelte, von der Natur verwöhnte raue, aber malerische Schönheit entdecken, von den borealen Wäldern des Norden über unzählige Flüsse und zu sehen hin zu vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten. Aber keine Angst, auch wenn hier immer wieder von rauer und weitgehend unberührter Natur die Rede ist, die Reise ist mit dem Wohnmobil oder dem Auto, aber auch mit einem Motorrad (ein must-see für Biker) auf gut ausgebauten Straßen ein tolles Erlebnis.

Unsere Reise beginnt in Toronto, sie führt über Tobermory nach Manitoulin Island, nach Sault Ste. Marie und an der Küste des Lake Superior entlang nach Thunder Bay. Ingesamt ist die Strecke 1900 Kilometer, die einzelnen Tages-Etappen sind zwischen 230 und 490 Kilometer lang.

Immer ein besonderes Erlebnis, die "Journey Behind the Falls" an den Niagarafällen. Foto Destination Ontario
Immer ein besonderes Erlebnis, die “Journey Behind the Falls” an den Niagarafällen. Foto Destination Ontario

In den allermeisten Fällen wird auch Deine Reise in Toronto beginnen. Angekommen am Lester B. Pearson International Airport empfiehlt es sich, für zwei, drei oder auch mehr Tage in der Stadt zu bleiben und die Metropole mit ihren Museen, dem historischen Distillery District und vielem mehr zu entdecken. Natürlich sollte eine Fahrt zu den Niagarafällen im Süden der Provinz nicht fehlen. Als besonderen Tipp empfehlen wir, die Tour in Fort Erie zu beginnen, hier fließt der nur 57 Kilometer lange aber mächtige Niagara River aus dem Eriesee und beginnt seine spektakuläre Reise in Richtung Ontariosee, über die berühmten Fälle und der 90 Grad-Biegung des Whirlpool.

Tobermory und der Fathom Five National Marine Park

Aber dann geht es schon wieder zurück in Richtung Toronto und dann geradewegs in den Norden. An der Spitze der Bruce-Peninsula liegt Tobermory. Das kleine Städtchen, das wir nach 364 Kilometer Fahrt erreichen, liegt zwischen Lake Huron und der Georgian Bay. Und Tobermory hat mehr zu bieten als man denkt. Da wäre der Bruce Trail, auf dem man wieder zu den Niagarafällen wandern könnte. Weltberühmt, insbesondere bei Sporttauchern, ist jedoch der Fathom Five National Marine Park mit seinen 22 zu entdeckenden Schiffswracks. Aber in Kanada’s erstem nationalen Marinepark lassen sich auch historische Leuchttürme entdecken. Wer auf seiner Entdeckertour nicht ins kühle Nass steigen will, kann dies auch mit einem Glasbodenboot tun.

Unterwegs im Fathom Five National Marine Park. Foto Ethan Meleg / Destination Ontario
Unterwegs im Fathom Five National Marine Park. Foto Ethan Meleg / Destination Ontario

Manitoulin Island, die größte Süßwasserinsel der Welt

Die größte in einem Süßwassersee gelegene Insel erreicht man auf dieser Reise-Etappe mit der Fähre “MS Chi-Cheemaun”. Auch wenn “chi-jiimaan” in der Sprache der Ojibwe First Nation “Großes Kanu” bedeutet, brauchst Du keine Angst zu haben, die Personen- und Fahrzeugfähre ist 111 Meter lang. Zwei Stunden dauert die Fahrt zur reizvollen Insel, die ein Paradies für Wanderer und Kanuten ist. Auf Manitoulin wird man auch gerne von den Guides von Wikwemikong Tourism willkommen geheißen. Die größte Anishinabek Community auf der Inseln entführt dich in eine Zeitreise zur Geschichte, in die Traditionen und Legenden der First Nation.

Auf nach Sault Ste. Marie und ins Canadian Bushplane Heritage Centre

Auf wesentlich kürzerem Weg verlassen wir Manitoulin Island wieder und wenden uns der im Herzen von drei der großen Seen gelegenen Stadt Sault Ste. Marie zu. Hier kann man sich im “Canadian Bushplane Heritage Centre” ein Bild vom Pioniergeist der fliegenden Versorger, den Buschpiloten und ihren Maschinen machen. Bis heute sind sie ein wichtiger Teil der Logistik im hohen Norden der Provinzen und Territorien.

Mit dem Agawa Canyon Tour Train lassen sich unberührte Seen, eindrucksvolle Granitfelsen und im Herbst die surreal leuchtenden Farben des Laubwaldes entdecken. Entdeckenswert sind auch die von der “Group of Seven” auf ihren Gemälden verewigten Orte und Landschaften rund um die Stadt.

Wer nun keine weitere Reisezeit mehr zur Verfügung hat, der kann über Sudbury mit seinem Bergbauzentrum, die North Bay und den Algonquin Provincial Park zurück nach Toronto fahren. Wer weiterreisen kann, dem Empfehlen wir ein Fly-In-Angelerlebnis in der Wildnis, in einer Unterkunft wie der Lodge Eighty Eight oder der Pine Portage Lodge. Hier kann man am Lagerfeuer angelfrischen Fisch genießen, was für eine Leckerei.

Auf malerischen Straßen geht es an den Ufern des Lake Superior weiter auf unserer Reise. Atemberaubenden Landschaften laden zu einem Fotostopp nach dem anderen ein. Erkunde malerische Provincial- und National Parks im Norden Ontarios und genieße ein Kajak-Abenteuer auf dem Superior und erlebe beeindruckende Sonnenuntergänge an den Ufern des riesigen Sees.

Traumhaft schöne Aussichten im Lake Superior Provincial Park. Foto Darren McChristie / Destination Ontario
Traumhaft schöne Aussichten im Lake Superior Provincial Park. Foto Darren McChristie / Destination Ontario

Zwischen Sault Ste. Marie, Wawa und Thunder Bay liegt mit dem Lake Superior Provincial Park einer der größten Provinzparks der Provinz Ontario. Auf einer Fläche von 1550 Quadratkilometern kann man entspannen, Kanu fahren, wandern, fischen, schwimmen, das Wildlife des Parks entdecken und im Winter Langlaufen oder mit Schneeschuhen wandern.

Im Park sind auch die weltberühmten Agawa Rock Piktogramme der Ojibwe First Nation. Sie sind an Felsen im Lake Superior angebracht worden, die meisten können nur vom Wasser aus betrachtet werden.

Thunder Bay und seine Pelzhandelsposten

Zurück in eine bewegte Vergangenheit der Pioniere, Entdecker und Trapper reist man in Thunder Bay. Der Fort William Historical Park ist der weltweit größte rekonstruierte Pelzhandelsposten. Hier trafen sich, noch friedlich, First Nation zum Handel mit Siedlern aus Frankreich und Großbritannien. Ein Rundgang durch das Denkmal gewährt tiefe Einblicke in die Kultur der Ureinwohner, die noch heute beeindrucken.

Entdecke auf deiner Tour den Ouimet Canyon, die “Kakabeka Falls”, die Niagarafälle des Nordens und die berühmte Felsformation “Sleeping Giant” im Sleeping Giant Provincial Park. Der 244 Quadratkilometer große Park wurde im Jahr 1944 als Sibley Provincial Park gegründet. Im Jahr 1988 wurde der Park in Sleeping Giant Provincial Park umbenannt. ist ein 244 Quadratkilometer großer Park auf der Sibley Peninsula im Nordwesten Ontarios, östlich von Thunder Bay. Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Parks ist die Felsformation “Schlafender Riese”, der von der Stadt Thunder Bay aus am besten zu sehen ist.

Wer will sich da nicht gleich auf die Socken machen? Impression vom Lake Superior, Thunder Bay. Foto Destination Ontario
Wer will sich da nicht gleich auf die Socken machen? Impression vom Lake Superior, Thunder Bay. Foto Destination Ontario

Eine Besonderheit in der Thunder Bay Region ist der Pukaskwa National Park, denn er schützt auf seiner Fläche von 1878 Quadratkilometern einen Teil der längsten noch unbebaut gebliebenen Uferlinie an den Großen Seen. Der 1978 gegründete Nationalpark bietet eine grandiose Aussicht auf die borealen Wälder in Ontario mit seinen typischen Bäumen Schwarzfichte, Weißfichte, Kiefer, Zitterpappel, Weißzeder und Birke sowie auf den Lake Superior.

Auch die typische Tierwelt Kanadas ist im Park vertreten, so lassen sich Schwarzbär, Elch, Biber, Otter, Luchs und Wolf entdecken.

Damit geht eine besondere Reise in den Norden Ontarios zu Ende. Je nachdem wie Du deine Tour geplant hast, geht es nun mit vielen Eindrücken, Fotos und Videos zurück nach Toronto, dem Ausgangspunkt der Reise. Bei einer Einwegmiete geht es von Thunder Bay mit dem Flugzeug nach Toronto, Calgary oder Winnipeg und von dort aus weiter auf Deinem Kanada-Trip, oder mit aufkommendem Fernweh nach Kanada zurück nach Deutschland.

Hier gibt es noch einsame und menschenleere Flecken, Spaziergang im Pukaskwa National Park. Foto Destination Ontario
Hier gibt es noch einsame und menschenleere Flecken, Spaziergang im Pukaskwa National Park. Foto Destination Ontario

Der Destination Ontario Tipp

Mit über 113 Provinzparks kann Ontario nicht nur einige der weltweit unberührtesten Naturschönheiten sein Eigen nennen, sondern punktet gleichzeitig mit zahlreichen Abenteuern maßgeschneidert für alle Naturliebhaber. Das älteste und bekannteste Juwel unter ihnen, der Algonquin Provincial Park, wurde 1893 eröffnet. Für Besucher, die es lieber etwas einsamer mögen, hat Ontario noch viele Alternativen zu bieten. Und die Natur ist in den kleineren Parks mindestens genauso spektakulär. Zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten in rustikalen Hütten, Jurten und Bungalowzelten verbinden das Abenteuer in der Natur mit einer Prise Luxus.

Neue Parks

  • Der jüngste Zuwachs, Long Fen Swamp Provincial Park, wurde 2017 zum Park erklärt. Der Feuchtgebiet ist Heimat für viele bedrohte Reptilien, Amphibien und Vögel
  • Der Charleston Lake Provincial Park wird demnächst um rund 300 Hektar erweitert.
  • Beide Parks sind Teil des Frontenac Arch, das den Kanadischen Schild mit den Adirondack und Appalachian Mountains verbindet. Dieses Gebiet weist eine der höchsten Bio-Diversitäten Kanadas auf.

Bonnechere Provincial Park

  • Eine Alternative zum gut besuchten Algonquin Park
  • Komfortable Übernachtungsmöglichkeit in den neu eröffneten Pine Shore Cottages
  • In den Sommermonaten finden gemeinschaftliche „Wolf Howling“ Abende statt

Arrowhead Provincial Park

  • Ideal für Sommer- und Winteraktivitäten
  • Gespurte Langlaufloipen
  • 1,3 Kilometer lange Schlittschuhbahn
  • Übernachtung in insgesamt 10 rustikalen Holzhütten (vier wurden 2017 errichtet)

Killarney Provincial Park

Kanuabenteuer auf dem George Lake im Killarney Provincial Park. Foto Destination Ontario
Kanuabenteuer auf dem George Lake im Killarney Provincial Park. Foto Destination Ontario
  • Spektakuläre Szenerie mit pinken Granitfelsen, weißem Quarzitgestein und azurblauen Seen.
  • Der Park wurde 2018 zum Lichtschutzgebiet erklärt. Hier befindet sich auch Ontarios einzige Sternwarte. Astrologen geben Besuchern eine Einführung in die Sternenkunde und den Gebrauch eines Teleskops.
  • Ein Highlight für Wanderer ist der 80 Kilometer lange La Cloche Silhouette Trail

Wabakimi Provincial Park

  • Nur per Wasserflugzeug, Kanu oder Zug (von Toronto mit Via Rail) erreichbar.
  • Mehr als 2000 Kilometer an See- und Flussrouten, die spektakuläre Wilderness-Kanutouren garantieren
  • Flora und Fauna in der absoluten Wildnis
  • Exzellente Angelmöglichkeiten
  • Spannende Kulturgeschichte inkl. First Nations Gemeinden

Awenda Provincial Park

  • Malerische Landschaft am Ufer der Georgian Bay
  • 31 Kilometer langes Wegenetz, Kanuoptionen
  • 17 Kilometer Skilanglaufloipen
  • Campingplätze oder Übernachtung im Stone Cottage ganzjährig möglich

Killbear Provincial Park

Wohin der Wind uns weht ...., Killbear Provincial Park. Foto Destination Ontario
Wohin der Wind uns weht …., Killbear Provincial Park. Foto Destination Ontario
  • Kilometerlange schroffe, steinige Ufer und zahlreiche Sandstrande, vom Wind gezeichnete Pinien auf steinigen Inseln
  • 6 Kilometer lange Wander- und Fahrradwege, hervorragende Segel- und Windsurfingbedingungen
  • Wunderschöne Sonnenuntergänge an der Georgian Bay
  • Hier ist die Massasauga Rattlesnake heimisch, Ontarios einzige giftige Schlange. Park Ranger informieren Besucher während eines „Snake Talk“ über die scheuen Tiere.

Sandbanks Provincial Park

  • Die weltweit größte Dünenformation an einer Süßwasserbucht
  • Drei große Sandstrände, die zu den schönsten ganz Kanadas gehören
  • Aufgrund der Lage (führt in den Lake Ontario) ideale Vogelbeobachtung zur Migration im Frühjahr und Herbst)
  • Beste Ausgangslage, um Prince Edward County zu erkunden (auch mit dem Fahrrad)

Petroglyphs Provincial Park

  • Mit gut 900 Felsmalereien aus der Zeit von vor 500 bis 1.000 Jahren verfügt der Park über den größten Bestand solcher Kunstwerke der First Nation in ganz Kanada
  • McGinnis Lake ist ein meromiktischer See, mit Wasserebenen die sich nicht vermischen, von denen es in ganz Kanada nur eine Handvoll gibt.
  • Zuhause des Südöstlichen Fünfstreifenskink, der einzigen in Ontario vorkommenden Salamanderart.
Author

Alfred Pradel (apr), arbeitet seit vielen Jahren als Freier Journalist für Tageszeitungen, Magazine und andere Publikationen. Seit vielen Jahren ist der Kanada eng und freundschaftlich durch viele persönliche Kontakte verbunden. Alfred Pradel ist Chefredakteur und betrachtet auf Faszination Kanada den Tourismus, den Lifestyle im zweitgrößten Land der Erde, aber auch wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Themen.

Write A Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.